Wann lohnt sich industrielles Lösemittelrecycling?

Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung beginnt mit dem heutigen Zustand. Dazu gehören der Einkauf von Frischware, Entsorgung oder externe Aufbereitung, Transporte, Behälter, Zwischenlagerung und interner Personalaufwand. Dem werden die Kosten des vorgesehenen Recyclingmodells und die tatsächlich wiederverwendbare Destillatmenge gegenübergestellt.

Eine hohe Rückgewinnungsquote allein beweist noch keine Wirtschaftlichkeit. Entscheidend sind Materialpreis, Entsorgungskosten, kontinuierliche Menge, Qualität des Destillats, Auslastung und der Aufwand für die Integration.

Welche Größen gehören in eine belastbare Rechnung?

BilanzgrößeErforderliche GrundlageNicht verwechseln mit
RückgewinnungInput, Destillat und Messzeitraumgarantierter Anlagenleistung
Frischwarenersatztatsächlich wieder eingesetztes Destillatgesamter Destillatmenge
AbfallreduzierungAusgangsabfall und verbleibender Rückstandreiner Kostenersparnis
TransportreduzierungFahrten, Mengen, Entfernung und LogistikmodellCO₂-Gesamtwirkung
Wirtschaftlicher EffektPreise, Mengen, Zeitraum und Leistungsumfangtechnischer Rückgewinnungsquote

Wie wird die CO₂-Wirkung der Lösemittelrückgewinnung berechnet?

Eine belastbare CO₂-Bilanz berücksichtigt mindestens die vermiedene Herstellung und Lieferung von Frischware, vermiedene Abfalltransporte und Behandlung sowie Energie und Hilfsstoffe des Recyclingprozesses. Der gewählte Zeitraum und die Systemgrenze müssen offengelegt werden.

Für eine belastbare CO₂-Angabe müssen Berechnungsmethode und Referenzszenario eindeutig feststehen. Solange diese Grundlagen nicht vollständig vorliegen, veröffentlicht Batsch keinen pauschalen Einsparwert.

Wie beeinflusst Lösemittelrecycling die VOC-Bilanz?

Die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Lösemittel kann den Bedarf an Frischware und den zu entsorgenden Lösemittelstrom verändern. Sie ist jedoch nicht automatisch gleichbedeutend mit einer bestimmten VOC-Emissionsminderung. Für die VOC-Bilanz müssen Lösemittelinput, Rückgewinnung, Wiederverwendung, gefasste und diffuse Emissionen sowie weitere Austragspfade nach dem anwendbaren Regelwerk betrachtet werden.

Die 31. BImSchV enthält Anforderungen an bestimmte Anlagen und Tätigkeiten sowie an Lösemittelbilanzen. Die konkrete rechtliche Einordnung und Genehmigungssituation ist standort- und anlagenbezogen und wird nicht pauschal durch die Website ersetzt.

Welche Daten benötigt Batsch für die Projektbewertung?

  • Frischwarenpreis und heutige Einkaufsmenge
  • Schmutzwaremenge, Entsorgungspreis und Rücktransportkosten
  • Materialzusammensetzung und repräsentative Probe
  • Produktionszeiten und Mengenschwankungen
  • interne Logistik- und Handlingprozesse
  • gewünschter Wiedereinsatz und Qualitätsanforderungen

Konkrete Antworten

Häufige Fragen

Ist eine hohe Rückgewinnungsquote automatisch wirtschaftlich?

Nein. Sie ist ein wichtiger technischer Wert, muss aber mit Materialpreisen, Entsorgung, Menge, Auslastung, Qualität und Leistungsmodell bewertet werden.

Wie viel CO₂ spart Lösemittelrecycling?

Das lässt sich ohne Referenzszenario und Bilanzgrenze nicht seriös pauschalisieren. Batsch berechnet den Effekt projektspezifisch und veröffentlicht keine unbelegten Prozentwerte.

Reduziert Recycling automatisch VOC-Emissionen?

Nicht automatisch in einer pauschalen Quote. Die Wirkung muss innerhalb der vollständigen Lösemittel- und Emissionsbilanz der Anlage bewertet werden.

Fachliche Grundlage

Praxiswissen und Quellen

Die technischen Angaben auf dieser Seite beruhen auf Batsch-Anlagen- und Projektdaten sowie auf realen Probedestillationen. Werte nennen wir immer im jeweiligen Anwendungskontext; vertrauliche Kunden- und Projektdaten bleiben geschützt.