Technische Wissensbibliothek

Wissen zu industriellem
Lösemittelrecycling.

Industrielles Lösemittelrecycling bezeichnet die Aufbereitung verschmutzter Lösemittel, damit sie nach einer initialen Qualitätsvalidierung erneut im Produktionsprozess eingesetzt werden können. Batsch konzentriert sich auf die Rückgewinnung durch Vakuumdestillation, insbesondere für industrielle Lackierprozesse und Automotive-Anwendungen.

Diese technische Bibliothek verbindet Definitionen, Prozesswissen, Batsch-Prozessdaten, Anwendungsgrenzen und Primärquellen. Jede Fachseite beantwortet eine konkrete industrielle Fragestellung und ordnet Werte in ihren tatsächlichen Anwendungskontext ein.

Wie funktioniert industrielles Lösemittelrecycling?

Verschmutztes Lösemittel wird der Destillationsanlage zugeführt. Unter Vakuum kann die Siedetemperatur reduziert werden. Das verdampfte Lösemittel wird kondensiert und als Destillat gesammelt; nicht flüchtige Verunreinigungen bleiben als konzentrierter Rückstand zurück. Batsch validiert zu Beginn mit realem Material, ob das Destillat die Anforderungen des konkreten Prozesses erfüllt. In voll integrierten Anlagen fließt es anschließend direkt im Closed Loop zurück. Closed Loop bezeichnet hier den vollständig integrierten Lösemittelkreislauf; regelmäßige Probenentnahmen und Prozessdaten überwachen die Qualität im laufenden Betrieb.

Batsch-Prozessdaten

Messwert, Anwendung und Systemgrenze gehören zusammen.

Die folgenden Angaben stammen aus den aktuellen Batsch-Unterlagen. Sie werden bewusst nicht als allgemeine Garantie dargestellt, sondern mit der jeweiligen Anlage oder Untersuchung verknüpft.

WertAnwendungskontextEinordnung
96 – 98,5 % RückgewinnungKlares Destillat in beiden ProbenZwei Probedestillationen mit unterschiedlich belasteter Schmutzware aus einem Automotive-OEM-Fall.Das Ergebnis gilt für die untersuchten Proben. Der erreichbare Wert muss für jedes Material neu ermittelt werden.
ca. 45 l/hLiterleistung SLD 45 ExVLeistungswert der konkret bezeichneten Anlagenvariante; Aufnahmeleistung maximal 10 kW.Der reale Durchsatz hängt unter anderem von Lösemittel, Verschmutzung und Betriebsparametern ab.
ca. 100 l/hDurchsatzkapazität SLD-100 ExVDatenblattwert der konkret bezeichneten Anlagenvariante; installierte Leistung maximal 18,5 kW.Der reale Durchsatz hängt unter anderem von Lösemittel, Verschmutzung und Betriebsparametern ab.
Dynamische Prozessführungindividuell sensorgesteuert und 24 / 7 überwachtKontinuierlich erfasste Sensordaten führen den Destillationsprozess individuell nach Material und Betriebsbedingungen; Batsch überwacht ihn per Remote-Control.Konkrete Messstellen, Regelstrategie und Ausstattungsumfang werden projektbezogen festgelegt.
800 – 10.000 l/TagAktuelle KundenspanneModulare Aufstellung von SLD-Anlagen für unterschiedlich große industrielle Lösemittelströme.Die Spanne beschreibt aktuelle Batsch-Kundenanwendungen, nicht die garantierte Leistung einer einzelnen Anlage. Die Konfiguration wird projektspezifisch ausgelegt.

Quellen: Batsch-Unternehmens- und Projektpräsentationen, Stand Januar 2026, Folien 2, 3 und 7; Technische Projektübersicht SLD 45 ExV, Stand 18. Dezember 2025; Betriebsanleitung SLD 45 ExV, aktualisiert am 22. August 2025; eigene Unternehmensangabe zur aktuellen Kundenspanne, Stand August 2026.

Themenstruktur

Von der Verfahrensgrundlage bis zur realen Anwendung.

01

Grundlagen und Verfahren

Technische Grundlagen der Rückgewinnung, Destillation und Auslegung industrieller Lösemittelkreisläufe.

  • Lösemittelrecycling – Grundlagen und industrielle Anwendung
  • Lösemittelrückgewinnung durch Destillation
  • Vakuumdestillation von Lösemitteln
  • Auswahl und Auslegung einer Lösemittel-Destillationsanlage
  • Modulare Aufstellung und Skalierung von Destillationskapazitäten
  • Destillationsrückstände
02

Lackierung und Automotive

Anwendungen in industriellen Lackieranlagen – von LKW-Achsen bis zu Karosserien von Luxusfahrzeugen – sowie bei OEMs, Tier-1-Zulieferern und im Umgang mit Spülverdünnern.

  • Lösemittelrecycling in industriellen Lackieranlagen
  • Lösemittelrecycling in der Automobilindustrie
  • Recycling von Purge Solvent / Purge Thinner
  • Lösemittelrecycling für Tier-1-Automobilzulieferer
  • Lösemittelrecycling für OEM-Lackierereien
  • Lösemittelverbrauch in Lackieranlagen reduzieren
03

Qualität und Wiederverwendung

Initiale Validierung der Destillatqualität, regelmäßige Probenentnahmen im Betrieb und direkte Rückführung im Closed Loop – dem vollständig integrierten Lösemittelkreislauf.

  • Wiederverwendung von recyceltem Lösemittel
  • Qualität von recycelten Lösemitteln
  • Initiale Validierung und laufende Qualitätsüberwachung
  • Closed Loop: vollständig integrierter Lösemittelkreislauf ohne separates Handling
04

Wirtschaft, Umwelt und Compliance

Entscheidungsgrundlagen für Kosten, CO₂, VOC, Abfallreduzierung, ATEX und den Vergleich interner und externer Aufbereitung.

  • Inhouse-Lösemittelrecycling vs. externe Entsorgung und Aufbereitung
  • Wirtschaftlichkeit von Lösemittelrecycling
  • CO₂-Einsparung durch Lösemittelrückgewinnung
  • VOC-Bilanz und Lösemittelrecycling
  • Abfallreduzierung durch Lösemittelrückgewinnung
  • ATEX und Explosionsschutz bei Lösemitteldestillation
05

Betriebsmodelle und Praxis

Von der Probedestillation über Pay-per-use bis zur industriellen Anwendung.

  • Lösemittelrecycling als Betreibermodell / Pay-per-use
  • Probedestillation und technische Eignungsprüfung
  • Case Studies aus industriellen Lackierprozessen

Ihr Material entscheidet

Prüfen Sie, ob sich Ihr Lösemittelstrom für die Rückgewinnung eignet.

Eine Probedestillation mit Ihrem realen Material liefert die Grundlage für Rückgewinnung, Destillatqualität und die technische Auslegung.

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